In
der Gründungsurkunde des Klosters Heilsbronn von
1132 wird Beerbach erstmals urkundlich erwähnt. Im
14. Jahrhundert zählte Beerbach zu den Besitzungen
der Familie Seckendorf und gehörte einem Walter von
Beyerbach. Danach wurde Beerbach zunächst Besitztum
des Grafenhauses Hohenlohe und wechselte danach häufig
die Besitzer. 1699 erwarb Friedrich Wilhelm von Witzleben
Beerbach vom Fürsten Christian Ernst Markgraf zu
Brandenburg als freies adeliges Rittergut. Zu diesem Zeitpunkt
standen in Beerbach vermutlich als Folge des 30jährigen
Krieges nurmehr 2 baufällige Häuser mit Scheunen
und Stallungen und eine alte Kapelle. Der Besitzer hatte
die herrschaftliche Erlaubnis, Wohnungen zu erbauen und
Grundstücke zu verteilen. Von 1700 - 1706 erbaute
von Witzleben ein herrliches Schloßgebäude
aus gehauenen Quadern von 82 m Länge und 54 m Breite.
Er ließ auch schöne Gärten anlegen.
Schloß und Schloßgarten befanden sich im heutigen
Ortskern, ausgehend vom Marktplatz in Richtung Pechhütte.
In
dieser Zeit war das Ortsbild von Beerbach geprägt
durch das herrschaftliche Schloss und armselige Tropfhäuslein,
die mit der Pechhütte einen gesonderten Ortsteil
bildeten. Die teilweise heute noch sehr verwinkelten Besitzverhältnisse
von Beerbach, besonders im Ortskern, sind auf die ritterschaftliche
Vergangenheit zurückzuführen. Bereits 1742 verkaufte
die Witwe Wilhelm von Witzleben das Rittergut an das Haus
Brandenburg. Es wechselte in den folgenden Jahrzehnten
mehrmals seine adeligen Besitzer und wurde schließlich
1769 vom Hofrat Charles Baron de Tubeuf erworben. Das
Wappen dieses letzten adeligen Besitzers ist an einem
Haus am Marktplatz, einem ehemaligen Teil des Schlosses,
heute noch angebracht.
Die
letzten Besitzer des Rittergutes Beerbach waren sehr wohltätig,
woran eine Tafel im Altarraum der Dottenheimer Kirche erinnert.
Allerdings soll der letzte herrschaftliche Eigentümer Baron
de Tubeuf auch ein leidenschaftlicher Kartenspieler gewesen
sein. Zudem befand sich sein Lieblingsplatz im Wirtshaus unter
einem schräghängendem Spiegel, der es seinen Mitspielern
leicht machte ihm in die Karten zu schauen. Dadurch soll er
an einem Abend ein ganzes Waldstück, den sogenannten Breiten
Rain, verspielt haben.
Ziemlich verarmt verkaufte er wenige Jahre nach dem Tode seiner
Frau das Rittergut Beerbach für 60 000 Gulden an das Fürstentum
Ansbach und zog nach Erlangen. 1786 wurde das Rittergut vom
Neustädter Kastenamtmann im Auftrag des Marktgrafen unter
öffentlicher Aufsicht einzeln und stückweise an die
Untertanen verkauft.
Von da an ging es aufwärts mit Beerbach. Das Dorf,
das um 1700 außer dem Rittergut nur aus wenigen
kleinen Häusern bestand, entwickelte sich rasch und
hatte 1861 über 400 Einwohner. Heute hat Beerbach
ca. 222 Einwohner. Begünstigt durch die klimatischen
Verhältnisse wurde in den Beerbacher Fluren viel
Obstbau, hauptsächlich Kirschen, betrieben, was den
Beerbachern bis in die Nachkriegszeit einen gewissen Wohlstand
bescherte. Heute hat der Obstbau kaum noch wirtschaftliche
Bedeutung.