Anfang
der 50er Jahre wurde bei Feldarbeiten auf einem Acker
in der Nähe des Klausbergs eine Münze, im Durchmesser
etwas kleiner als ein Pfennig, gefunden. Sie war wie eine
flache Schüssel (Regenbogenschüssel) aus Gold
geformt und lässt darauf schließen, dass die
Gegend um Dietersheim bereits vor Christi Geburt von Kelten
besiedelt war.
Geschichtsforscher
sind der Auffassung, dass wenn nicht gar der Ort selbst,
zumindest umliegende Einöden wie der Hausenhof, Virnsbergerhaag
und der Klausberg von keltischen Großfamilien bewohnt
wurden.
Dietersheim
entwickelte sich zu einem Bauerndorf mit einer Dorfschule,
einem Schäfer und den für die Versorgung notwendigen
Handwerkern, einem Dorfschmied, einem Wagner, einem Zimmermann,
einer Mühle und einem Wirtshaus in der Ortsmitte.
Die
mittel- und kleinbäuerliche Struktur unseres Dorfes
und die Einwohnerzahl von ca. 150 Personen hat sich in
den zurückliegenden Jahrhunderten kaum verändert.
Lediglich während und nach dem 2. Weltkrieg, hervorgerufen
durch den Zuzug von Evakuierten aus Nürnberg während
des Krieges und Heimatvertriebenen nach dem Krieg, vorwiegend
aus dem Sudetenland und Ungarndeutschen, stieg die Einwohnerzahl
von Dietersheim sprunghaft auf ca. 250 Personen.
Nach Kriegsende zogen die Evakuierten, meist Mütter
mit ihren Kindern, wieder nach Nürnberg zurück,
und Anfang der 50er Jahre fanden auch die meisten Flüchtlinge
und Heimatvertriebenen nach und nach Arbeit und Wohnungen
in den Städten.
Die Einwohnerzahl von Dietersheim sank wieder in etwa
auf den Stand vor dem Krieg. Ein Problem kam auf die Gemeinde
zu. Bedingt durch die Abwanderung vieler Familien reduzierte
sich die Zahl schulpflichtiger Kinder so stark, dass das
staatliche Schulamt die Auflösung der Dietersheimer
Schule ins Auge fasste. Die Dietersheimer wollten aber
unbedingt ihre Schule erhalten.
Man bemühte sich in Dietersheim Siedlungwillige zu
finden und hatte Glück.
Ernst Kaufmann, ein in Diespeck ansässiger Möbelfabrikant
suchte ein größeres Grundstück, um seinen
Betrieb zu erweitern. Da ihm dies in Diespeck zu dieser
Zeit nicht geboten wurde, suchte er weiter und fand in
Dietersheim ideales Gelände zwischen Bundesstraße
und Bundesbahn mit möglichen Gleisanschluss. Verhandlungen
zwischen Ernst Kaufmann, der Gemeinde Dietersheim und
den betroffenen Grundstückseigentümern konnten
erfolgreich abgeschlossen werden.
Für
Dietersheim setzte eine geradezu stürmische Entwicklung
ein.
1954 begann Ernst Kaufmann mit dem Bau einer Möbelfabrik.
Die ersten Produktionsräume waren gebrauchte Holzhallen,
die anderswo abgebaut und in Dietersheim wieder aufgebaut
wurden. 1956 lief die Produktion von Eckbänken in
Dietersheim an.
Begünstigt
durch die gute Konjunktur und die großen unternehmerischen
Fähigkeiten seines Eigentümers entwickelte sich
die Möbelfabrik Kaufmann kontinuierlich und zeitweise
sehr rasant. Innerhalb von 20 Jahren wurden so in Dietersheim
fast 700 Arbeitsplätze geschaffen. Das Betriebsgelände
wuchs auf ca. 10 ha bebauter und unbebauter Fläche.
Leider ist die Firma EKA mittlerweile geschlossen.
Parallel
mit der Entwicklung der Möbelwerke Kaufmann verlief
auch die Entwicklung der Gemeinde Dietersheim. Wohngebiete
wurden ausgewiesen und eine rege Siedlungstätigkeit
setzte ein. 1964 wurde eine dreiklassige Schule gebaut,
die bereits 1968 erweitert werden musste. Es entstand
die Verbandsschule Oberer Aischgrund, die dann auch von
den Kindern der umliegenden Gemeinden besucht wurde, da
im Rahmen der Schulreform Ende der 60er Jahre die meisten
Dorfschulen aufgelöst wurden.
Da in Dietersheim soziale Einrichtungen nicht vorhanden
waren, wurde Anfang der 60er Jahre ein Kindergarten mit
2 Gruppen errichtet, der im Jahr 1998 als 3gruppiger Kindergarten
umgebaut wurde.
1961 gründete man in Dietersheim eine Schützengilde,
übernahm das Gelände des Schützenstandes
und baute darauf ein neues Schützenhaus mit Kegelbahn.
Auch die Fahne des Junglandbundes wurde übernommen
und von einer Fahnenstickerei überarbeitet.
1964 erfolgte die Gründung eines Sportvereins, zunächst
mit einer Fußballabteilung. Als Sportplatz diente
eine angepachtete Wiese. 2 Jahre später wurde die
Waldsportanlage mit einem Rasenspielfeld, einer Laufbahn
und einer Zuschauertribüne gebaut. Die Anlage wurde
von der Firma Kaufmann finanziert und nach Fertigstellung
an die Gemeinde übergeben.
1976 errichtete die Gemeinde neben der Sportanlage eine
Sport- und Festhalle mit angebautem Konferenzraum und
den erforderlichen Nebengebäuden. Diese Halle dient
auch als Schulsporthalle und steht dem S.C. Dietersheim
für den Sportbereich zur Verfügung. Da Dietersheim
auch über keinen eigenen Friedhof verfügte -
die Verstorbenen fanden im Friedhof der Kirchengemeinde
Dottenheim ihre letzte Ruhestätte - machte die steigende
Zahl der Einwohner die Anlage eines Friedhofes mit Aussegnungshalle
erforderlich. Der Waldfriedhof Dietersheim entstand 1968.
Wir
hoffen, dass die stetige Aufwärtsentwicklung der
Gemeinde anhält. Die Einwohnerzahl unserer Ortsteile
erhöhte sich bis 2003 auf 2.216 Personen.