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Allgemeines

Dietersheim gehört zu den „Heimorten“ die im westlichen Landkreis vorherrschen. Zusammen mit Altheim und Dottenheim gibt es drei solcher Heimorte in der Gemeinde. Diese Heimorte gehen auf die fränkische Landnahme im frühen Mittelalter zurück. Die Franken, ein Zusammenschluss von Germanenstämmen am Niederrhein, begannen im Frühmittelalter zu expandieren. Nach den Siegen über die Alemannen und die Thüringer im 6. Jahrhundert war die Schwelle nach Osten offen. Über Rhein, Main und Tauber kamen sie in unser Gebiet. Zunächst in den fruchtbaren Uffenheimer Gau und dann weiter nach Osten. An der Hutsbergpforte vor Neustadt enden mit Schauerheim diese Heimorte, deren Namen sich in der Regel aus einem Personennamen und dem angehängten –heim zusammensetzen. So kann man davon ausgehen, dass ein Dieter oder Dietmar als Anführer einer Gruppe für den Ortsnamen maßgebend war. Die fränkische Landnahme war keine Völkerwanderung. Es waren kleinere Gruppen die einwanderten und die bisherige Bevölkerung, eine Mischung aus Slawen, Kelten und Germanen, als Führungselite überlagerte. Die Franken wanderten sozusagen in herrenloses Gebiet ein, weil sich hier nach der Völkerwanderung kein Stammesherzogtum mit einer Führungsschicht ausgebildet hatte.

Im Hochmittelalter entstand ein buntes Gemisch aus verschiedenen Herrschaften, wie sich das im Ortswappen widerspiegelt. Gegen Ende des Mittelalters setzten sich die Hohenzollern als Landesherren durch. Zunächst als Burggrafen von Nürnberg und dann ab dem frühen 15. Jahrhundert, nach der Belehnung mit der Mark Brandenburg, als Markgrafen. 1486 erfolgte die Trennung der Mark Brandenburg von den fränkischen Landen. In Franken verbleiben zwei Markgraftümer: oberhalb Gebirg = Kulmbach-Bayreuth und unterhalb Gebirg = Ansbach. Als Staaten immer getrennt, aber oft durch eine Person regiert. Dietersheim war bei Kulmbach-Bayreuth und nicht bei Ansbach, wie man das aus heutiger Sicht meinen möchte. Mit der Zugehörigkeit zu den zoller’schen Markgrafen wurde die Gemeinde auch in deren machtpolitische Interessen hineingezogen. Insbesondere die kriegerischen Auseinandersetzungen der Markgrafen mit den Reichsstädten Nürnberg und Windsheim führte immer wieder zu Verwüstungen. Die Landbevölkerung war diesen Verwüstungen schutzlos preisgegeben. Um wenigstens das Leben zu retten baute man die Kirchen zu Wehrkirchen um. Zwei solcher Wehrkirchen, in Dottenheim und Altheim, befinden sich in der Gemeinde. In Dottenheim ist auch noch der Standort dieser Wehrkirchen etwas abseits des Ortes erkennbar. Diese Kleinkriege enden, als ein großer Krieg das Land überzieht: der 30-jährige Krieg. Dieser 30-jährige Krieg brachte unvorstellbare Brutalität und Leid mit sich. 1648, am Ende dieses Krieges, war die Bevölkerung nahezu ausgerottet. Die entvölkerten Orte wurden dann durch österreichische Exulanten wieder besiedelt. Diese Exulanten waren evangelisch inmitten des katholischen Habsburgerreiches. Sie hatten die Wahl katholisch zu werden oder auszuwandern. Viele entschlossen sich zum auswandern und kamen so nach Franken. Die Namen erinnern heute noch an sie: Hufnagel, Kirschbaum, Röthlingshöfer, Zeilinger usw., also mehrsilbig und meist mit landwirtschaftlichen oder landschaftlichen Bezug im Namen.

Die Markgrafenzeit dauerte bis 1810, dann wurde das Fürstentum Bayreuth bayerisch, und damit auch Dietersheim. Mitte des 19. Jahrhunderts kam eine für die Landgemeinden bedeutsame Reform: Bauernbefreiung genannt. Jetzt wurden die Bauern Eigentümer ihrer Grundstücke, die bis dahin dem Landesherrn gehörten. Damit endet auch die seit dem Frühmittelalter herrschende Wirtschaftsweise: die Dreifelderwirtschaft mit Flurzwang, und es beginnt die uns heute bekannte Form der Landwirtschaft.
In einer Chronik aus dem Jahr 1708 wird Dietersheim wie folgt beschrieben: ein markgräflicher Weiler, so nach Dottenheim pfarrt. Das mit dem pfarren nach Dottenheim ist heute noch so. Das mit dem Weiler änderte sich. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die Heimatvertriebenen und es siedelte sich eine bedeutende Möbelfabrik an. So wurde aus dem früheren Weiler ein Industrieort mit starkem Bevölkerungswachstum. Als dann 1972 eine Gebietsreform die kleineren Gemeinden abschafft, ist Dietersheim der größte Ort des heutigen Gemeindegebiets und wird zum Sitz der Gemeindeverwaltung. Durch das heutige Gemeindegebiet verlief die Landkreisgrenze vor der Gebietsreform. Das östliche Gemeindegebiet gehörte zum Landkreis Neustadt a.d. Aisch, das westliche Gemeindegebiet zum Landkreis Uffenheim. Noch heute ist die ehemalige Landkreisgrenze in den unterschiedlichen Vorwahlen des Gemeindegebiets erkennbar.

 

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